homolka_reist

wie man eine destination besser nicht promoted

unsereiner, der ständig unterwegs ist, sich darüber prinzipiell auch gar nicht beklagen möchte, weil er sonst ja nichts zu erzählen, und ergo dessen auch keine geschichten zu verkaufen hätte, stellt seine dienste ganz nebenbei, und durchaus nicht uneigennützig, ständig institutionen zur verfügung, deren aufgabe es ist, irgend eine destination oder dienstleistung zu vermarkten.

dabei sind wir ihnen gerne behilflich, eine hand wäscht die andere, so zu sagen, und in Zeiten, wo Verlage ihre gewinne lieber an ihre eigentümer und manager weiter geben oder in prächtige geschäftsführerlimousinen stecken, als diese in die produktion seriöser inhalte zu stecken,  sind reisegeschichten ohne entsprechendes entgegenkommen der einladenden kaum noch möglich.

hat für beide seiten seine Vorteile, die verlage sparen sich honorare, die auftraggeber können kostengünstig ihre nachricht verbreiten, müssten sie nämlich inserate kaufen, würde so eine schöne, bunte seite ein vielfaches kosten. nur der reisende berichterstatter muss sich mit schrumpfenden honoraren zufriedengeben, na ja, wenigstens sehen wir die welt!

nun sollte man doch meinen, dass die beauftragten agenturen -die guten alten fremdenverkehrsämter  werden zusehends der budgetkonsolidierung geopfert- sich mühe geben würden, den journalisten honig ums maul zu schmieren und ihnen die den job, welchen diese zunehmend für erstere erledigen, möglichst leicht zu machen.

und da wäre dann gleich am anfang mal eine erträgliche anreise gefragt, nein, von business-tickets red´ ich gar nicht, die zeiten sind schon lang vorbei. ich wäre schon mit einem günstigen direktflug zufrieden zu stellen, so es denn einen gibt.

beispiel gefällig? wien-saloniki, flugzeit knapp zwei stunden, bei rechtzeitiger buchung um dreihundertettliche euro zu bekommen. aber nein, entweder sitz im office der zuständigen agentur eine unwillige oder imbezile hilfskraft, die einfach mittels einer dieser erratischen flugsuchmaschinen den angeblich günstigsten flug gegoogelt hat, ohne den Zusammenhang von bannerwerbung und suchergebnis durchschaut zu haben. oder es gibt da irgendwelche nebenabsprachen, die sie zwingen, genau die nun mir vorgelegte flugverbindung auszuwählen.

nun also abflug wien sechs uhr früh nach konstantinopel, ganzer tag im flughafengebäude, oder teures visum beantragen, damit ich wenigstens raus darf, an die frische luft, und rauchen. und zwölf stunden später endlich weiter nach selenik, als wär´s eine interkontinentalverbindung. lachhaft!

und dumm. selbst wenn der direktflug ein paar nebbiche euro teurer wäre, auf das kann´s doch nicht ankommen, wenn es darum geht, möglichst umfangreiche und euphorische berichterstattung für den kunden raus zu schlagen. noch grotesker wird´s im speziellen fall durch die tatsache, dass der auftraggeber ein griechischer ist, man mich aber sicherheitshalber erst mal einen tag lang in einem türkischen flieger und auf einem türkischen flugplatz unterbringt. wenn die türken gescheit sind, erzählen sie mir von ihre auch sooo schönen stränden und dörfern und hotels, billiger geben sie´s sowieso.

ich kann mir nicht helfen, aber ich hab den eindruck, da werkt eine agentur, die durchaus noch ein bisserl was lernen könnte. finden sie nicht?

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