homolka_reist

44°69’N+8°03’O

Ort: Chiesa San Domenico, Alba, Piemont
Datum: 19. November 2018
Uhrzeit: 19:10
Info: langheroero.it

Wir treten auf der Stelle! In genau jener Provinz, in der das Reisebild aus der
letzten Ausgabe aufgenommen wurde, ist auch dieses hier entstanden. Klar auch
das Land: Italien! Mangiare, moda, mare, einfach alles vorhanden, was das Leben
lebenswert erscheinen lässt. Und motore, natürlich, diesmal kommt aber noch
was dazu, wofür die Italiener und -innen ein Händchen haben: Cultura!
Wobei das natürlich bei Weitem nicht der Hauptgrund ist, Alba zu besuchen,
auch wir haben die lange Reise durch die Alpen in erster Linie wegen der vom
Centro Nazionale Studi Tartuffo in Aussicht gestellten leiblichen Genüsse auf
uns genommen. Und uns dort an weißem Trüffel und rotem Barolo gelabt, Details
erspare ich Ihnen, schließlich erreicht Sie das Heft ja zu Beginn der Fastenzeit.
Eine solche beginnt – mir ist schon bewusst, dass dies dank schwindenden
religiösen Bewusstseins kaum noch bekannt ist – übrigens auch mit dem ersten
Advent. Deshalb gibt’s ja auch den Weihnachtsbock, hat den Mönchen die karge
Zeit verkürzt, aber das nur ganz nebenbei. In Italien kennt man den kirchlichen
Jahreslauf noch ein wenig besser, daher endet die Fiera Internationale del Tartuffo
Bianco d’Alba eben auch schon eine Woche davor. Und es bleibt Zeit für
einen Kirchgang.
Okay, im Dominikanerkloster werden schon lange keine Messen mehr gelesen,
zumindest nicht regelmäßig, doch dafür dient es als beliebter Ausstellungsort
für die unterschiedlichsten künstlerischen Darbietungen. Wofür es mit seiner
beeindruckend schlichten, gotischen Architektur einen hervorragenden Rahmen
bildet, die dominikanisch schwarz-weißen Säulen und eine Heiligenstatue aus
dem 9. Jahrhundert sorgen für angebrachte Ehrfurcht.
Die Statue ist übrigens ein Geschenk von Luigi Einaudi, einst Senator und
italienischer Staatspräsident, fanatischer Europäer und zufällig Vater des
bekannten Komponisten Ludovico Einaudi. Der wiederum zeichnet für die
wunderbare Musik verantwortlich, zu welcher sich das Ringelspiel auf dem Foto
dreht. Eine wahrlich bezaubernde Installation, die der Fantasie Valerio Berrutis
entsprungen ist. Von ihm gibt es in der Kirche auch reichlich Grafiken zu sehen,
einige Tausend hat er zu einem Kurzfilm montiert, auch der trägt den Titel „La
Storia di Nina“ und untersucht die Probleme der Kindheit in unserer prosaisch-zynischen Gegenwart.                                                                                                                         Die Antwort? Poesie!

W433_162-163_KULT-reisebild_2s.pdf

Dieser Beitrag wurde am 2019/03/27 um 11:38 veröffentlicht. Er wurde unter italien, piemont, `WIENER´ abgelegt und ist mit , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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