homolka_reist

40°94’N+9°08’O

Aggius, Galluria, Sardinien
23. Mai 2019
15.42’‘

www.delphina.it

Porto Cervo kennen Sie, logisch, Costa Smeralda, reich und schön, Jet Set und High Society, keine Gesellschaftsseite kommt im August ohne diese Schlagworte aus. Sicher, da gibt es auch noch die Baleareninsel mit ähnlichen Attributen, die hat aber neuerdings einen schalen Beigeschmack. Jenen, die sich schon die Mühe gemacht haben Catalan zu lernen und die nun mit ihren Sprachkenntnissen im Sommerurlaub reüssieren wollen, nur halt nicht gerade dort wo sich marschierpulvergesteuerte Möchtegernmachos in billiger Verkleidung produzieren dürfen wir hiermit eine Alternative empfehlen.

Weil sich aber womöglich nicht alle WIENER-Leser auf ein dreizehntes Abgeordnetengehalt freuen dürfen wollen wir mal die Costa Smeralda, nein, nicht „außen vor“, das klingt zu grauslich, sondern rechts liegen lassen. Weil links davon, also nordwestlich, falls Sie sich noch in diesen Dimensionen orientieren, wartet mit Gallurien eine verführerische Landschaft und noch weiter westlich mit der Region Sassari eben jene Gegend wo heute noch Catalan gesprochen wird. Womit man in Sardinien unter Umständen besser durchkommt als mit Italienisch weil selbst die Gallurier gleich zwei Arten von Sardisch sprechen und dabei mitunter auch noch ziemlich alt zu werden pflegen.

Um nicht zu sagen „steinalt“, was sich wegen der die Landschafft Galluriens prägenden grotesken Granitformationen geradezu aufdrängt. Redenta Mutoni etwa zählt 102 Lenze, verschmitzt lächelnd verrät sie im Kreis ihrer umfangreichen Familie dass gute Ernährung, viel Fleisch, Fisch isst man hier oben in den Bergen nicht, und kein Alkohol ihr Rezept für langes Leben wäre. Was ihren Neffen Francesco sichtbar amüsiert, „abstinent lebt die Nonna vielleicht die letzten zehn Jahre“ verrät er. Natürlich nur wenn die Tante ihn nicht mehr hören kann. Sie ist aber eh stolz auf den Neffen, der auch schon über Siebzig und ein gemachter Mann ist. Nachdem der Aga Khan und seine Partner vom Consorzio Costa Smeralda wegen ihrer übertriebenen Ausbaupläne und den folgenden restriktiven Baugesetzen frustriert und die Grundstückspreise wieder gesunken waren hat er nämlich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und ist selber ins Hotelbusiness eingestiegen.

Und zwar nicht dort, wo eh schon alle waren, sondern eben dort wo Gallurien am schönsten und darüber hinaus auch noch am Meer gelegen ist in dem sich auch noch ein paar nette Inselchen tummeln, traumhaft schön. Damit das auch so bleibt verstecken sich seine mittlerweile zahlreichen Bauten zwischen den Granitfelsen, hinter Macchia und üppigem Grün, alles erstaunlich dezent für die Fünfsternwelt. Schaut fast so aus wie auf nebenstehendem Foto Francescos unmittelbarer Heimat. Auch die meisten Angestellten kommen von dort, viele aus der Familie, die Nonna wird´s freuen!

W435_REISEBILD_AGGIUS SARDINIA.pdf

Dieser Beitrag wurde am 2019/10/23 um 12:38 veröffentlicht. Er wurde unter italien, sardinien, `WIENER´ abgelegt und ist mit , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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