homolka_reist

danke schön, herr inscheniör!

Zum 80. Geburtstag von Ingenieur Wallacks Gesammtkunstwerk gehört sein Oeuvre gewürdigt. In der gebotenen Andacht, also inclusive Übernachtung im Schutzhaus auf der Edelweisspitze. Dort hat man seine Ruhe, wird anständig verköstigt, und ist schon am Ziel, wenn die anderen unten im dunklen Tal erst ihre Motoren anwerfen.

Was macht der Dienstreisende im Urlaub? Er bleibt zu Hause und sucht die Schönheit der Heimat! Besonders schön in Österreich: die Berge. Aber wenn schon, dann gleich den höchsten Gipfel wählen, also Großglockner, und der gleichnamigen Hochalpenstrasse zum Geburtstag gratulieren. Die wurde vor 80 Jahren eröffnet, zur gleichen Zeit als erstmals ein Motorrad vom Kontinent die legendäre Tourist Trophy auf der Isle of Man gewann.

Und das war eine Moto Guzzi, Grund genug die neue California zu satteln, und die Edelweisspitze zu erklimmen. Und zwar abends, wenn die Touristenmassen längst wieder zu Tal strömen, nur der penetrante Odeur von geschundenen Bremsbelägen zeugt noch von ihrem Besuch.

Während weit unten am See schon die Lichter von Zell den blauen Schatten im Tal auflockern wärmen die letzten Sonnenstrahlen auf der Terasse des Schutzhauses den Gast. Freche kleine Gebirgsspatzen betteln um Kaiserschmarnkrümel, „kloa gibt´s no a Zimmer fia eich“ quittiert der Wirt das Ansuchen um Unterkunft.

Dann wird es wirklich ruhig, majestätisch leuchten die letzten Gletscherzungen im Mondlicht, die Milchstrasse löst die Hochalpenstrasse als naheliegender Verkehrsweg ab, der einsame Astrologe am Parkplatz aktiviert seine Ausrüstung. Nur das Rauschen des Schmelzwassers in den Bächen ist zu hören, ab und zu bimmelt eine Kuh dazu. Alpträume?

Den Sonnenaufgang kündigt Motorenlärm an, eine Gruppe Schweizer hat den frühen Aufstieg gewagt, sie haben Kaffee mitgebracht, den schlürfen wir, während die Sonne sich über die Gipfel der Tauern erhebt. Kaum ist sie da, sind Alle wieder weg, nur ein Skater frönt seinem Morgensport, Kollege Uli´s Camera rattert,  der Astronom entschlummert derweilen zufrieden in seiner Automobilen Beobachtungsstation.

Die nächsten Stunden gehören Gipfel und Strasse dem frühen Vogel, völlig ungestört hat man das strassenbauliche Kunstwerk ganz für sich allein, so wie sich heute präsentiert hätte Giuseppe Guzzi die Hinterradfederung gar nicht erfinden müssen. Ausser für das Stück hinauf zur Edelweisshütte, das in unglaublichen 50 Tagen händisch errichtet wurde, und immer noch im Originalzustand zu befahren ist. Auch nicht schlecht, große Katzenkopfpflasterkunst, rüttelt aber doch mehr als neuzeitlicher Asphaltteppich.

Dieser Beitrag wurde am 2015/09/17 um 14:11 veröffentlicht. Er wurde unter österreich, salzburger land, `WIENER´ abgelegt und ist mit , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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