homolka_reist

7°96’N+81°00’E

Polonnaruwa, Sri Lanka
4. November 2016, 16.26.

Und es funktioniert doch! Religiös sein aber nicht intolerant, gemeinsame Werte erkennen, dabei jene der Anderen respektieren, sogar mit der imperialen Besatzungsmacht ins Reine kommen. Sobald sich diese halt endlich vom Acker gemacht hat.

Sogar den alten Namen, den die Briten der Insel gegeben haben, weil sie die korrekte Bezeichnung nicht aussprechen konnten, verwenden die Sri Lanker durchaus noch. Allerdings nur für Exportprodukte wie ihren berühmten Tee, da sind sie ganz pragmatisch, ihre Heimat nennen sie aber dann doch lieber beim alten vedischen Namen, „ehrenwerte Insel“, Sri Lanka eben. Gekannt haben diese übrigens schon die alten Griechen, offensichtlich aus eigener Anschauung, Taprobane, die Kupferfarbene entspricht nämlich tatsächlich dem ersten optischen Eindruck.

Ungefähr gleichzeitig mit den ersten Reisejournalisten, so etwa 500 vor unserer Zeitrechnung, ist wohl auch das derzeitige Mehrheitsvolk, die Singhalesen, aus Nordindien eingewandert, höchstwahrscheinlichßnoch recht seicht. Sie haben dann erstaunlich rasch einen beeindruckenden Zivilisationslevel erreicht, rund um Christi Geburt war ihre Hauptstadt Anuradhapura zum Beispiel grösser als Athen, kein Wunder, dass man damals jemanden hingeschickt hat, um Details in Erfahrung zu bringen.

Die Bushaltestelle auf dem Photo liegt allerdings im archäologischen Park von Polonnaruwa, Location der Hauptstadt des zweitältesten Königreichs auf der Insel, das dank flächendeckend angelegter Bewässerungsanlagen und dem daraus resultierenden Nahrungsmittelreichtum auch sonst ziemlich luxuriös Ausgestattet war. Und weil ein König damals, offensichtlich nicht nur im christlichen Abendland, nur etwas galt, wenn er eine ordentliche Reliquie vorweisen konnte, organisierte Parakrama Bahu der Erste den linken oberen Eckzahn des Gautama Buddha, die bedeutendste Reliquie für Buddhisten und als allgemein anerkannter Regenbringer eine geradezu unverzichtbare Insignie aristokratischen Herrschaftsanspruchs.

Nach Chinesen, Portugiesen und Holländern kamen schließlich doch auch britische Kolonialisateure an, erklärten Ceylon 1803 zur Kronkolonie, brachten Bahn, Bus, Bürokratie, eine verständliche Amtssprache und ordentliche Schuluniformen mit. Das Alles wurde von der Bevölkerung dankbar akzeptiert, so wie auch sämtliche mir bekannte Religionen oder die, nicht immer so lustige, Allgegenwart ettlicher Affenrassen. Die werfen gerne frühmorgens mit Steinen auf Blechdächer, man spart sich so immerhin den Wecker. Nur eine westliche Errungenschaft hat die Sri Lanker so gar nicht überzeugen können: Schuhe tragen sie so selten wie nur irgend möglich. Und ich kann sie all zu gut verstehen, könnt´ mich dran gewöhnen!

WIE418_Reisefoto.pdf

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Dieser Beitrag wurde am 2017/04/01 um 15:16 veröffentlicht. Er wurde unter asien, sri lanka, `WIENER´ abgelegt und ist mit , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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