homolka_reist

45°33’N+14°30’W

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Via Marina Garibaldi, Canneto, Lipari, Isole Eolie

Schön langsam geht die ruhige Zeit auf den Liparischen Inseln wieder zu Ende. Also ganz ruhig ist es ja sowieso nie, dafür sorgt schon die Geologie. Das erkennt man schon von Weitem, fliegt man von Wien gen Süden muss man eigentlich nur auf den Vesuv zielen, dahinter liegen in gerader Linie Stromboli und seine äolischen Brüder wie erlöschende Lagerfeuer mitten im Meer, den
nächste Flughafen findet man unschwer direkt hinter dem Ätna. Man muss dann nur noch aufs Schiff steigen und schon ist man in einer anderen Welt.

Schon mein alter Freund Odysseus war fasziniert von den Inseln die er als auf dem Meer herumtreibend wahrnahm, wohl vom Wind verblasen, weswegen man sie dem Gott des Windes zueignete. Poseidon, Ressortleiter Meer & Erdbeben wäre ja auch nicht schlecht gewesen, so weitab vom Olymp war aber der Sohn des Hippotes und Herr des Windes dann doch angemessener, zumal er, nach Auskunft Homers, samt Gattin und zwölf Lendenfrüchten dortselbst auch residierte. Und seine Gäste für einen Monat zuvorkommend bewirtete.

Der Tradition ist man treu geblieben, sofern sich die Gäste zu benehmen wissen und nach dem gebuchten Zeitraum wieder abreisen. Nur in seltenen Fällen wird Aufschub gewährt, etwa wenn zwei anderwärtig verheiratete Superstars zwecks Film Dreh und Liebesspiel sich ein kleines Häuschen auf Stromboli kaufen. Den resultierenden Skandal nutzten erst nur ein paar Boots- und Zimmervermieter für Nebeneinkünfte, mittlerweile ist die Bergmann-Rossellini-Story das zweite touristische Standbein neben dem regelmäßig Feuer speienden Vulkan. Letzterer ist beliebter bei den Einheimischen, die Gäste müssen übernachten, während der Weg zum Liebesnest sogar für die Fußmarodesten rasch erledigt ist, Pizzaschnitte to go inklusive.

Sicher bieten sich die Inseln dafür an, sie ruck zuck zu erledigen, kompakt wie sie da nebeneinander liegen. Wäre aber ein Fehler, besser nimmt man sich ein Beispiel an den Einheimischen. Man muss ja nicht gleich tagein tagaus barfuß gehen, wie das auf Stromboli üblich ist, selbst zum typisch italienischen leichten Anzug gilt die nackte Sohle durchaus als standesgemäß. Sehr angenehm übrigens kann ich aus eigener Erfahrung berichten, selbst im Oktober, schließlich verfügt die Insel über eine natürliche Fußbodenheizung nach Jahrhunderten sind die Basaltpflastersteine schön glatt. Und als Touri wird man auch nicht mehr angesprochen.

Ein Bisserl anders schaut´s auf Lipari aus, ist mir persönlich einfach auch zu groß zum Hatschen. Mit ein wenig Glück borgt einem ein caro amico seine Fiat Seicento Jungla, für eine Hand voll Euro mehr drückt einem der Luigi gleich nachdem man vom Schiff gegangen ist die Schlüssel für einen Mehari in die Hand. Dann kann man sogar offen fahren, was beim historischen Sechshunderter leider nicht ging: „Non si trova piu dei ricambi“, keine Ersatzteile mehr. Peccato!

http://www.noleggiolipari.it

 

W428_REISEBILD_LIPARI.pdf

Dieser Beitrag wurde am 2018/04/25 um 07:52 veröffentlicht. Er wurde unter eolische inseln, italien, `WIENER´ abgelegt und ist mit , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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