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kali anastasi, gute auferstehung!

Hart war der Winter, lang und entbehrungsreich, nicht nur wegen der Krise. Immer schon sehnen Griechen den Frühling herbei, die Sonne, und nach der Fastenzeit die Völlerei und ausgelassene Symposien am Meer mit Freunden.

Da können Sie fragen, wen Sie wollen, Griechenland ist nie schöner, als zu Ostern! Nicht nur Natur, die sowieso, wenn alles grün ist, und bunt vor Blüten, auch die Griechen blühen auf, feierlich gestimmt und voller Freude auf die Auferstehung des Erlösers reisen sie an die schönsten Orten ihrer Heimat. Für viele ist dies das Dorf ihrer Jugend, wo die Jiaja, die Omi, nach der Mitternachtsmette mit der Mageritsa wartet, einer herzhaften Suppe aus den Innereien jenes Lamms, das Opa, Cousins und Onkel Sonntag Morgen stundenlang über dem offenen Feuer rotieren lassen.

Gar nicht so wenige reisen auch an ihre liebsten Urlaubsorte, im August werden sie vielleicht auch dort sein, falls das Budget reicht. Aber Ostern ist ein `Muss´, da werden die letzten Drachmen zusammengekratzt, sollte das Sparschwein ein Bisserl mehr hergeben darf´s auch durchaus luxuriöser abgehen, man gönnt sich ja sonst nichts.

Falls aber doch steht Elounda ganz oben auf der Liste, der Badeort der High Society, gleich neben dem malerischen Agios Nikolaos in Kretas wildem Osten. Spyros Kokotos hat das Platzerl in den Ferien entdeckt, damals in den 50ern als Architekturstudent. Und irgendwann angefangen ein Hotel zu bauen, am Land der Schwiegereltern, nach dem Vorbild eines Fischerdorfes. Na ja, ungefähr, hat auch den Ansprüchen von Karl Flick und Konsorten genügt, geben sich Geld- und sonstiger Adel hier die Ehre, gerne auch in der Karwoche.

Ganz orthodox geht´s Samstag nacht zu, Kyrie Kokotos hat natürlich auch eine Kirche im Hotel, der Pope kommt aus dem Ort, hält die Messe, verkündet die Auferstehung, dann geht´s zu Tisch.

Nicht jedoch für Traditionalisten, das volle Programm spielt es nur in Agios Nikolaos! Nach der Verkündung `Christos anesti´, Er ist auferstanden, begibt sich die Gemeinde in freudiger Prozession hinunter zum See, erleuchtet vom Ewigen Licht, welches jedes Jahr direkt aus der Auferstehungskirche in Jerusalem eingeflogen wird, Ehrenwort! Und dann geht ein Feuerwerk in die Luft, dass die armen Katzen Reissaus nehmen, Mädchen weinen und Buben jubeln. Aber das Beste kommt erst, Sonntag ab dem frühen Morgen rotieren die Lämmer, es fließen Wein und Raki – der Sommer kann kommen!

Wiener_05-14_157.pdf

Dieser Beitrag wurde am 2014/04/16 um 11:19 veröffentlicht. Er wurde unter agios nikolaos, elounda, griechenland, kreta, `WIENER´ abgelegt und ist mit , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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