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Insel mit landanschluss

Einen nicht zu unterschätzenden Vorteil bot Lefkada zur Zeit der Recherche, ohne den ich gar nicht mehr hin gekommen wäre. Wegen der heftigen Frühjahrsstürme war das Wasserflugzeug unverrichteter Dinge wieder zurück nach Korfu geflogen, an eine Landung im an sich geschützten schmalen Kanal zwischen Festland und Insel war ob der rauhen See nicht zu denken. Also setzte mich die nette Dame von Airsealines in ein Taxi, mit welchem ich in atemberaubender Geschwindigkeit auf die Insel chauffiert wurde.

Richtig, Lefkada ist die einzige Insel Griechenlands, welche man trockenen Fusses erreicht! Über einen Damm, an der alten Festung von Agia Mavra, welche endlich saniert wird und nun zugänglich ist, führt die Strasse zu einer Bootsbrücke über den Kanal, welche zwei mal täglich zur Seite geschoben wird. Am anderen Ufer erinnert mich ein originelles Pärchen von Hinweisschildern daran, warum mir in Griechenland noch nie langweilig geworden ist. Auf jenem, das nach rechts weist, steht geschrieben: „Lefkada 6 km“, während das Andere vorschlägt nach links abzubiegen, und verspricht „Lefkada 2km“! Die längere Vriante hat sicher auch ihren Reiz, führt sie doch um die, unter strengstem Naturschutz stehende, Lagune voll hungrig ihre Schnäbel ins fischreiche Brackwasser stossender Kraniche herum, wärend die Abkürzung direkt auf die Hauptstadt zuläuft.

Der Reiz des Ortes erschliesst sich dem Ankommenden nicht sofort, ich erinnere mich, vor einigen Jahren mit dem Motorrad zwar die Gestade von Lefkada erreicht zu haben, doch angesichts der wenig attraktiven Hafengegend wieder kehrt gemacht zu haben. Die Revitalisierung ist mittlerweile fortgeschritten, wenn auch noch nicht abgeschlossen, doch diesmal habe ich ein Rendevous mit Spiros Zambelis, der mich mit seiner Begeisterung für die Insel anzustecken versucht. Und durchaus erfolgreich, wie ich gestehen muss. Die seltsamen Wellblechfassaden, welche die Häuser hier über einem Erdgeschoss, das sichtbar aus Stein gemauert ist, im ersten Geschoss zur Schau stellen, und die mich bei meinem ersten Besuch so verstört haben dürften, präsentieren sich im historischen Zentrum bunt bemalt. Das Rätsel, wieso sich ausgerechnet hier ein Baustil findet, der in ganz Griechenland kein zweites Mal auftaucht, löst Spiros für mich auf. „Das liegt am britischen Baurecht“, erklärt er etwas überraschend. Nach dem grossen Erdbeben von 1825 erfolgte der Wiederaufbau nach den Regeln der damaligen Machthaber, der Dachstuhl hatte auf hölzernen Pfählen zu ruhen, welche direkt im Fundament verankert waren, die Fassaden mussten aus leichtem Material, wie Schilf und Gips geferigt sein. Und zur Isolierung eignet sich in feuchten Gegenden nun mal Wellblech, welches auch noch schnell montiert ist.

Die Städteplanung haben erfreulicher Weise die Venezianer übernommen, Francesco Morosini liess die Stadt 1684 von der, aus allen Nähten platzenden, ummauerten Location in Agia Mavra hierher verlegen. Man hatte ja Erfahrung, von der Hauptstrasse, die dem Handel dient, und heute noch Pasari (klingt wie Bazaar, oder?) heisst, zweigen links und rechts kleine Gässchen ab, so dass sich im Grundriss das Bild eines Fischskelettes ergibt. Was keineswegs symbolische Bedeutung hat, sondern schlicht der besseren Durchlüftung durch die sommerlichen Nordwinde dient. Aestätischen Gewinn haben die Lefkaditen aus der Vielfalt der Kulturen auch noch lukriert, die Mischung aus schmalen Gässchen, von der venezianischen Architektur beinflussten Kirchen, und geradezu karibisch anmutenden bunt bemalten Fassaden verschafft dem Ort eine einzigartige Atmosphäre.

Über die neue Hauptstrasse, auf den Strassenschildern als „Odos Ntermpfelnt“ bezeichnet und nach Wilhelm Dörpfeld benannt, welcher, nach Spiro´s Meinung, zweifelsfrei Homers Ithaka auf Lefkas nachgewiesen und damit Odysseus zum Lefkaditen gemacht hat, führt der Weg in die Berge. Sie nehmen praktisch die gesammte Insel ein, abgesehen von einigen Mündungsdeltas und Hochebenen geht es hier immer recht alpin zu. Durch endlose Olivenplantagen, angelegt auf initiative der Venezianer, die mit dem gewonnen Öl ihre Paläste erleuchteten, schlängeln sich die Strassen bergan, und verbinden die unverfälschten Dörfer des Landesinneren, oder führen hinunter zu weissen Stränden und, zwischen die steilen Hänge gedrängte, Fischerdörfer.

In Aghios Nikitas renoviert Odysseas das erste Stockwerk seines Hauses an der steilen „Hauptstrasse“. Im Winter hat sie wohl wieder ihrer ursprünglichen Berufung als Flussbett gefrönt, zwischen Captains Corner und Giorgos Bar Sappho mündet sie direkt in den schmalen Strand. Auf dem kleinen Balkon genehmigen wir uns einen Nescaffé Frapee und eine Zigarette. Ob er plant, das süsse kleine Appartement mit Aussicht wie aus dem Krähennest eines Piratenschiffes zu vermieten? „Ich weiss nicht. Eigentlich war das ja der Plan, aber wahrscheinlich werde ich selbst einziehen, dann hab ich´s nicht so weit in mein Geschäft“, erklärt er mir, und deutet die Treppe hinunter, auf sein Lokal. Derzeit muss er noch durch den halben Ort gehen, fast hundert Meter…

P.S.: Derzeit wartet der Betreiber auf eine neue Lizenz für die Wasserflugzeuge in den Eptanisia, wie lange weiss nur der Heilige Bürokratos…

Kali Orexi!

Frini sto Molo, 12, Golemi, 31080 Lefkada, +30 26450 24879, +30 6932 569 565 Hervorragende Taverne in der Altstadt von Lefkas, wo man sich der Küche von Epirus und der Verarbeitung von lokalen biologischen Produkten widmet.

Restaurant Burano, Anatoliki Paralia, 31080 Lefkada, +30 26450 26025 Der name täuscht, weder ist der Hafen von Lefkada, an welchem dieses Restaurant liegt romantisch wie auf der gleichnamigen Insel, noch serviert man italienisches Tourist Menú. Statt dessen bekommt man ausgezeichnete griechische Speisen serviert!

Piperi Restaurant, Nidri, 31100 Lefkada, +30 24650 93110 Dimitri Soldatos führt schon seit Jahren gleich nebenan, im Hafen von Nidri, mit Il Sapore die beste Pizzeria der Insel, kehrt aber nun mit dem neuen Restaurant zu den Wurzeln zurück. Fine Hellenic Cuisine, hat er sich auf die Fahnen geschrieben, und serviert nun hier das Beste, was die griechische Küche zu bieten hat.

Psarotaverna Spiridoula, Sivota, 31082 Lefkada, +30 26450 31182 Im zauberhaften Hafen von Sivota liegt das Fischerboot von Panayiotis, seine Gattin Spiridoula bereitet mit der nötigen Sorgfalt zu, was er dem Meer entrungen hat. Und er wird es Ihnen auch stolz zeigen, mit etwas Glück findet sich gar nicht selten auch eine Languste unter seiner Beute!

O Pasas, Vathi Meganisi, 31100 Lefkada, +30 26450 51512 Wenn in Nidri in der Hochsaison kein Tisch mehr frei ist, zahlt sich der kleine Abstecher nach Meganisi aus, einer kleinen, vorgelagerten Insel aus. Am Abend sind die Tagestouristen schon wieder drüben, Ruhe kehrt ein, und die Einheimischen können hier, beim „Pascha“ wieder ungestört völlern.

Ergon, Nydri, 31100 Lefkada, +30 2645 092020 Ein Ergon ist das Produkt von Arbeit, im Fall dieser neuen Initiative jener der landwirtschaft, Fischerei und traditionellen Lebensmittelproduktion. Im Franchise system hat die junge Truppe aus Saloniki eine Reihe von Delis und Tavernen auf die Beine gestellt, welche das Beste auf den Tisch bringt, was die Griechen auf diesem Gebiet zu bieten haben! http://www.facebook.com/ErgonLefkada

Kali Nikta

Panorama Villas, Drymonas, 31100 Lefkada, +30 697 9654058, info, www.panorama-villas.gr

Paradosiako Xenodochio Nhion, Kiafa Alexandros, 31100 Lefkada, +30 26450 41624, +30 694 910913, persas , www.neion.gr

Pavezzo Country Retreat, Katouna, 31100 Lefkada, +30 26450 71782, +30 6972 410141, (Anmerkung auf der Homepage: please call between 9 & 14.30 and 17.30 and 21.00!), info, www.pavezzo.gr

Dieser Beitrag wurde am 2014/07/07 um 14:28 veröffentlicht und ist unter griechenland, inseln, ionische, lefkada abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

Ein Gedanke zu „Insel mit landanschluss

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