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OHNE FLEISS…

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vignarello

Der Anblick ist jedes Mal von neuem gleichermassen faszinierend wie irritierend. Im Landeanflug auf Malpensa schwebt man über funkelnde Wasserflächen, nur zwischendurch scheinen ein paar Orte von der Flutkatastrophe verschont geblieben zu sein, welche die weite Ebene zwischen Voralpenland und Po heimgesucht haben dürfte. Sieht man sich die Sache aus der Nähe an erkennt man allerdings System im Chaos, aus den von kleinen Dämmen begrenzten Wasserflächen spriessen ab Ende Mai zarte grüne Halme aus denen im Herbst dichte Ähren mit goldgelben Körnern geworden sein werden. Und eben diese verarbeiten die Menschen hier zu jenem Reis, ohne den man einfach kein richtiges Risotto kochen kann, das ist einfach so, egal was Onkel Ben und Komplizen auch behaupten mögen!

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santo stefano – tornaco

Die Gehöfte der Reisbauern liegen weitverstreut im Flachland entlang der Bewässerungskanäle die ihrerseits vom Canale Cavour gespeist werden. Benant ist er nach Graf Camillo Benso von Cavour, dem Begründer der als Risorgimento bekannt gewordenen Einigungsbewegung der Italienischen Staaten, ersten Ministerpräsidenten des vereinten Königreichs und engagierten Sozialreformers. Mit dem Kanal hat er in den Provinzen Novara und Vercelli für die prosperierende Reisindustrie gelegt, beinahe 90% der europäischen Produktion haben hier ihren Ursprung. Von den arbeitsintensiven Zeiten, wie wir sie aus dem Film „Bitterer Reis“ kennen zeugen noch die geräumigen Gesindehäuser, die fleissigen Frauen von einst wurden mittlerweile durch riesige Traktoren ersetzt, die auf schmalen Stahlscheibenrädern durch den fruchtbaren Schlamm wühlen. Erst mal, um die Felder akribisch zu planieren, später zwecks Aussaat, die Ernte erledigen riesige Mähdrescher.

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riso rizzotti – vespolate

Den Platz, welchen die Modernisierung in den Höfen geschaffen hat, nutzt man nur zu gerne um Gäste zu beherbergen, im Agroturismo Vignarello in Tornaco etwa, wo man sich ganz auf Obstbau und Naturmedizin und Fitotherapie spezialisiert hat. Doch gleich hinter der Grundstücksgrenze beginnen sie, die feuchten Felder, in denen sich quakende Frösche vor hungrigen Störchen zu verstecken versuchen, die im Morgengrauen ihre Beutezüge beginnen. Man möge ruhig dem Ruf der Wildnis folgen, wenn der Dunst aus den Feldern steigt liegt eine magische Stimmung über dem Land, über die Dämme wandern oder radeln, vielleicht hinüber zur nächsten Riseria. Dort kriegt man gezeigt, wie aus dem spröden Korn der glänzende Rundkornreis wird, natürlich nur aus den Japonica Sorten, und das Silberhäutchen bleibt bei der schonenden handwerklichen Verarbeitung natürlich drauf. Darin befinden sich nämlich die wichtigsten Inhaltsstoffe, nicht in der Schale, Vollkornreis wird nur produziert, weil der Markt danach verlangt, zusätzlichen Nutzen bringt er nicht. Und dass echter Reis nicht Kreideweiss sein kann weiss hier ohnedies ein Jeder!

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risobuono – casalbeltrame

Der Piemonteser lebt nicht nur vom Reis allein, das dürfte bekannt sein, neben dem bekannten Gorgonzola, den die Besten hier hauptsächlich für den Heimmarkt produzieren, und Fleisch- und Wurstwaren unverschämter Güte braucht der Mensch natürlich Wein zu seinem Glück. Verglichen mit dem Raum, der dem Reis eingeräumt wird, sind die Weinlagen eindeutig benachteiligt, zwischen der Flussebene und dem rasch zum Monte Rosa ansteigenden Bergland bleibt halt nicht viel Platz. Der ist dafür ausgesprochen vielgestaltig, so dass es selbst im engen Val di Sesia eine erstaunliche Vielfalt von Terroirs zu entdecken gilt. Da zeigt dann auch die Nebbiolo Traube, welche weiter im Westen als Barolo dichte Geschmacksgranaten abfeuert, zugänglichere fruchtige Seiten. Als Cuveé mit der Vespolina und der autochthonen Uva Rara bildet sie die Basis für den Ghemme, einen DOC Wein benannt nach der Stadt, in dessen ummauertem Zentrum die Eingangstüren traditionell im ersten Stock liegen, um den Bewohnern Schutz vor den aus dem Norden herabstürmenden Völkerwanderern zu bieten. Heute empfängt man seine Gäste mit offenen Armen und Kellern, die nächste Gelegenheit bietet sich bei der Festa D´autunno e Castagnata Ende Oktober.

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ghemme

Dann zeigt sich auch der Lago d´Orta von seiner buntesten Seite, wenn das Laub der Bäume an den Hängen zwischen die sich der See schmiegt verfärbt und mit den farbigen Fassaden der Stadt um die Wette strahlt. Unbeeindruckt ragt nur die Klosterinsel von San Giulio aus dem See, seit der wundertätige griechische Heilige Julius sie im vierten Jahrhundert von Drachen und Schlangen befreit haben soll ist sie ein Hort des Friedens und der Ruhe. Nur zum Essen und Trinken findet man auf ihre eher weniger, aber dafür gibt es ja sonstwo in der Region Novara beileibe genug.

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lago d´orta – san giulio

Tipps

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la darbia

La Darbia, Lago d´Orta.

Man wacht auf mit Blick auf See, Kloster, und Weingärten, beim Einschlafen hilft ein Gläschen vom eigenen Spumante!

http://www.ladarbia.de

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riso buono

Riso Buono, `L Civel, Casalbeltrame.

Reismanufaktur auf höchstem Niveau, Volkskundemuseum mit Tiefgang, hier erfährt man alles über oriza sativa in der Region Novara einst und jetzt.

http://www.risobuono.it, http://www.casabeltrameonline.it

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ghemme

ATL Provincia di Novara

Alles, was man über die Region wissen muss, wie etwa das Programm der Festa d´Autunno in Ghemme, findet man hier:

http://www.turismonovara.it

ohne-fleiss-kein-reis-novara

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Dieser Beitrag wurde am 2017/01/02 um 16:37 veröffentlicht. Er wurde unter ghemme, italien, lago d´orta, novara, piemont abgelegt und ist mit , , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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